EHI-Studie: Ladendiebstahl hat zugenommen

Die Inventurdifferenzen im Einzelhandel bleiben mit 4 Milliarden Euro auch 2015 auf sehr hohem Niveau. Mit einem Anteil von über 55 Prozent sind Ladendiebstähle nach wie vor die Hauptursache. Hier werden die größten Bedrohungen derzeit bei Bandendiebstählen und gewerbsmäßig organisierten Ladendiebstählen gesehen. Dies ist das Ergebnis der aktuellen Studie „Inventurdifferenzen 2016“ des EHI Retail Institutes Köln.

Im gesamten Einzelhandel summierten sich 2015 die Inventurdifferenzen – bewertet zu Verkaufspreisen – auf 4 Milliarden Euro. Handelsexperten schätzen, dass davon auf Ladendiebstähle durch unehrliche Kunden rund 2,2 Milliarden Euro zurückzuführen sind. Die angezeigten Fälle sind 2015 um 7,1 % gestiegen. Den eigenen Mitarbeitern werden knapp 810 Millionen angelastet und Lieferanten sowie Servicekräften werden etwas mehr als 340 Millionen Euro an Warenverlusten im Jahr zugerechnet. Die restlichen 650 Mio. Euro entfallen auf organisatorische Mängel. Die durchschnittliche Inventurdifferenz - bewertet zu Verkaufskaufpreisen - beträgt 1 Prozent vom Umsatz, weitere Kosten entstehen durch Investitionen von rund 1,3 Milliarden Euro in Technik und Personal zum Diebstahlschutz. Insgesamt gehen dem Einzelhandel durch Inventurdifferenzen und Investitionen zu deren Vermeidung 1,3 Prozent des Umsatzes bzw. absolut rund 5,3 Milliarden Euro verloren.

Bei den Sicherheitsvorkehrungen hat laut Studie die offene Kameraüberwachung – primär als Präventionsmaßnahme – bei mehr als einem Drittel der Unternehmen aktuell oberste Priorität. Mitarbeitertrainings haben ihren Spitzenplatz verloren und liegen auf Rang 2. Sie werden dennoch weiter forciert, z.B. durch spezielle Schulungen des Kassenpersonal sowie der Führungs- und Verkaufskräfte.

Mehr zur aktuellen Studie "Inventurdifferenzen 2016" finden Sie auf den Seiten des EHI Retail Institutes Köln.

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