BHB-GardenSummit: Branchenüberblick auf höchstem Niveau

Ein deutliches „Like“ der Besucher für den GardenSummit 2019: Der BHB hat zahlreiche Anregungen und Wünsche von Mitgliedern und Teilnehmern in die diesjährige Veranstaltungskonzeption einbezogen und das beliebte Führungsgipfeltreffen der Gartenbranche relauncht – wofür die über 150 Besucher in Köln sehr gute Zufriedenheitsnoten vergaben.

Neu unter anderem die Platzierung des GardenSummit: Sie dockt die Teilnehmer jetzt quasi nahtlos vom spoga/gafa-Messebesuch an die Learning- und Networking-Area des BHB an. Dies ermöglicht den Führungskräften der grünen Branche eine sehr effziente Zeitplanung, da zusätzliche Übernachtung bzw. erneute Anreise entfallen können.
Auch das neue kompakte Format des BHB-GardenSummit stieß bei den Teilnehmern auf viel Gegenliebe – durch kurze Vortragsslots (5 bis maximal 25 Minuten) fokussieren sich Redner wie Zuhörer deutlich – der Inhalt wird mit voller Absicht auf die wesentlichen Kernaussagen zugespitzt. Perfekte Basis für die Gespräche in den Networking-Zeiten, die der GardenSummit nach wie vor gezielt bereithält.
Dies kam bei Teilnehmern aus Handel und Industrie gleichermaßen gut an: 20 Handelsunternehmen mit über 60 Akteuren – vom Marktführer bis zum Mittelständler - trafen auf die Führungskräfte von Herstellern und Dienstleistern, was für eine rege Diskussionskultur sorgte.

Umweltereignisse schaffen neue Wertsysteme – und Märkte

Umwelt, Biodiversität und (veränderte) Kunden – um die drei großen aktuellen Schlagworte drehte sich das Programm, dass die Redner auf der runden Arena-Bühne in zügiger Abfolge präsentierten.
Auch vor dem Hintergrund positiver Umsatzzahlen berge besonders das Dank Greta Thunberg explosiv vermehrte Interesse an Klimathemen wirkliche Herausforderungen für den Gartenhandel, betonte Herbert J. Barnikau, Division Manager Garden bei OBI. Antworten darauf ließen sich nur gemeinsam finden und den Kunden vermitteln.

Stephan Fetsch, Head of Retail beim Wirtschaftsberater KPMG, wagte eine konzentrierte Branchenanalyse. Mit Warnsignalen für den klassischen Handel: Nur das Thema Grillen im Garten konnte in der Zehn-Jahres-Reihe nennenswerte Zuwächse generieren. Beachtenswert: Spürbare Verschiebung der Kanäle in Richtung Online – aber nur wenig davon komme bis  dato bei den klassischen Händlern an, die Big Pure Player profitieren (außer bei Lebendgrün) deutlich mehr. Fetsch sieht den Gartenfachhandel in der Innovationspflicht – aber auch mit vielen Chancen. Gerade die spürbaren Umweltereignisse sorgten für ein neues Wertebewusstsein bei den Kunden – und dies schaffe den Boden für neue Märkte. Der Branche schrieb er in die ToDo-Liste, sich verstärkt um neue B2C-Konzeptionen im Vertrieb zu kümmern.
Einen Einblick ins SmartLab von Gardena gab Dr. Alexander Becker, Director Global PM Smart Systems. Interessant: „Smart“ ist nicht nur die Aneinanderreihung technologischer Möglichkeiten, sondern vielmehr die intelligente Verzahnung digitaler Technik mit Daten- und Wissenskompetenz aller ‚grünen‘ Bereiche – und Emotionen. „Der Garten muss immer im Mittelpunkt stehen“, so Becker. Ebenso plädierte er gegen technische Insellösungen – für eine hohe Verbraucherakzeptanz müsse man die großen Kommunikations-Standards zwingend einbinden.

Ebenfalls neu beim BHB GardenSummit: Die Green Shortcuts – knackige 5-Minuten-Vorträge, die sowohl von Produkt- wie von Vertriebsseite neue Ideen und innovative Ansätze anreißen.
Dies nutzte Frank Diedenhofen (Gartenland Aschersleben), der das hochwertige Bienenhotel „beeHome“ vorstellte, das mit Wildbienen-Kokons quasi eine „Geling-Garantie“ bekommt. Michael Wittmann, GF Einkauf und Logistik von Pflanzen Kölle zeigte, dass man auch mit NGO‘s gemeinsame (sinnvolle) Sache machen kann – und dabei ein intelligentes Pestizidreduktionsprogramm auflegt, von dem alle profitieren.
Alexander Francke, GF Fiskars Germany, beschäftigte sich mit Kundenzufriedenheit – eine Studie seines Unternehmens schaut gezielt darauf, was der Gartenbesitzer als „sexy“ empfindet und Fiskars richtet seine Produktpalette darauf aus.
Und Timo Buhren als hagebau-Gesellschafter aus Mühlheim/ Ruhr wagte sich in die Innenstadt – ein kleiner, temporärer Pop-Up-Store als Schaufenster, Begegnungs-Punkt mit (bislang) unbekannten Kunden und als Auslieferungsstation lieferte wertvolle Erkenntnisse für eine Verzahnung der eigenen Großfläche mit dem Online- und City-Business.

Aufwändige Umbauphasen

Nachhaltigkeit funktioniert oft über die Verwendung von Mehrwegsystemen. Branchen-Urgestein Franz-Willi Honnen stellte mit dem Floritray-System ein zukünftsfähiges wie durchdachtes (weil universelles) Warenträgerkonzept vor. „Ein wenig Aufwand und Investition muss uns unsere Umwelt wert sein“, appellierte er, den Einstieg zu wagen.
Aufwand und Kosten – auch Jürgen Schuster vom Online-Shop-Spezialisten HS Fachmarkt Vertriebs GmbH, ließ keinen Zweifel, dass die Change-Prozesse für Händler wie Lieferanten aufwändig sind. Tools, die stationäre Beratungskompetenz ersetzen, sind durchauskostenintensiv. Aber alternativlos: „Der Händler muss diese Kompetenz online vorhalten, denn die Kundenerwartungen steigen.“
Vom Beinahe-Crash zum Erfolg 2.0: Die geschäftliche Achterbahnfahrt des Lifestyle-Händlers Butlers erzählte Unternehmensgründer Wilhelm Josten. Extrem erfolgreich gestartet, brachte falsche Expansions- und Sortimentspolitik den GPK-/Deko-Filialisten in die Insolvenz. Spannend war der Weg zurück: Josten berichtete, wie man vom reinen Händler zur echten Marke wurde – von Produktentwicklung bis hin zum durchgestylten Laden ein stringenter Prozess, der die Kette heute wieder höchst erfolgreich an Markt agieren lässt.

Mit diesem Themen-Bundle ausgestattet, konnten die Teilnehmer aus Handel, Industrie und Dienstleistern trefflich beim abschließenden Gourmet-Barbecue diskutieren.
Fazit: BHB-GardenSummit erfolgreich relauncht – die Teilnehmer wünschen sich unbedingt eine Neuauflage des Veranstaltungsformates im nächsten Jahr.

 

Die Pressemitteilung als pdf

Fotos unter www.bhb.org/presse/downloads

Zurück